Original von Luna Selina
@doctor, wie nah ist dir die kleine denn über den weg gekrochen?? scheint aber friedlich zu wirken. ist ja toll solche tiere hautnah zu sehen!! |
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Ich war gerade alleine auf dem Inka Trail unterwegs, als das Tier wie auf dem Photo zusehen den Weg kreuzte... die Schlange hatte mein Herannahen natürlich schon lange bemerkt und sich dementsprechend ruhiggestellt... allerdings anfangs in Angriffsstellung, was man auf dem Foto nicht sieht...
Es war schon leicht dämmerig an dieser Stelle des Trails, der dort durch dichten Nebelwald führt... zum Glück habe ich die Bothrops gerade noch rechtzeitig gesehen - nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich sie übersehen hätte und einfach vorüber- oder näher herangegangen wäre - der Trail ist dort ca. 1-2m breit und die Schlange lag schon halb drüber...
Ich kam also ca. 2m vor dem Tier zu stehen und mein Puls schnellte erstmal hoch... ich war alleine mitten im Dschungel... vor mir eine Bothrops (okey damals noch unbekannte Schlange, aber ich rechnete mit dem schlimmsten... der etwas vom Körper abgesetzte Kopf liess auf eine Viper schliessen...), auf der einen Seite des Trails der Abgrund... ca. 500m geht es da fast senkrecht hinunter in die Tiefe der Urubamba-Schlucht... auf der anderen Seite ebenso steil nach oben... Ausweichen also unmöglich...
Ich stand erstmal wie angewurzelt da und begann zu überlegen... okey ... erstmal dokumentieren, dachte ich mir, für die Nachwelt...
Dann mal fest mit dem Fuss auf den Boden gestampft... das Tier stellt sich weiter tot... okey was nun?
Hatte keine Lust an dieser Stelle zu übernachten... also nahm ich ein paar Steine vom Boden auf und warf sie nach dem Tier (natürlich nicht auf die Schlange, wollte sie ja nicht verletzen)...
Nach mehreren bedrohlichen Steinwürfen zog die Bothrops schliesslich den kürzeren und verschwand im Gebüsch...
Ich versuchte die aufkommende Panik zu unterdrücken und machte mich wieder auf den Weg... noch genauer als vorher musterte ich den Boden vor mir und vor unübersichtlichen Wegstellen machte ich durch festes Stampfen auf den Boden auf mich aufmerksam...
Ich war sichtlich erleichtert, als ich nach ca. 45min aus dem dunklen Nebelwald herauskam und den Sonnentorpass erreichte, von wo aus man den ersten Blick auf Machu Pichu hat... und die menschliche Zivilisation...
Von dort an ist der Trail auch breiter und heller... aber nochmal 45min nach Machu Pichu...
Ich hatte wirklich Glück... zumal ich alleine unterwegs war (keine gute Idee)... ca. 1 1/2 Stunden Fussmarsch von Machu Pichu... von dort 30 Minuten zum Bahnhof... und dann 4 Stunden im Zug nach Cusco, wo sich das nächste Krankenhaus befindet (es gibt keine Strasse für Autos dorthin)...
Mir wird noch jetzt ganz anders, wenn ich daran zurückdenke... und an das was passieren hätte können...
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