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Angepinnt Appell an Lygodactylus williamsi Züchter

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    • Appell an Lygodactylus williamsi Züchter

      Eigentlich ist das nicht meine Art sowas öffentlich anzusprechen, jedoch ist mir aufgefallen, dass in der Schweiz kaum Lygodactylus williamsi Weibchen mehr angeboten werden und fast alle Nachzuchten sich als Männchen herausstellen. Dieses Problem hat eine ganz einfache Ursache: "temperaturabhängige Geschlechtsbestimmung". Ohne die nachgezogenen Weibchen sind wir auf Nachzuchten aus dem Ausland angewiesen und noch schlimmer wir halten einen Markt für Wildfänge offen.
      Der Markt für Wildfänge ist besonders bei L. williamsi sehr bedrohlich, da diese Tiere in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in der freien Natur vorkommen und dort sehr stark gefährdet sind. Da sollten wir als Terrarianer alles dafür setzen, dass wir nicht mitverantwortlich für das Auslöschen einer Spezies in ihrem natürlichen Habitat sind.

      Besonders bei Lygodactylus williamsi scheint dieses Ungleichgewicht ein grosses Problem zu sein, da die Weibchen bei dieser Art empfindlich für Osteomalazie sind und es in der Legesaison sehr schnell zu Knochenverformungen kommen kann, welche unbehandelt tödlich enden. Andere Probleme bei denen Weibchen gefärderter sind als Männchen sind Legenot und Mangelerscheinungen. Entgegenwirken kann man diesen Mangelerscheinungen mit einer geeigneten UV-Beleuchtung (Bright sun, X-Reptile usw. sollen sich dafür sehr gut eignen) und einer ausreichenden Supplementierung durch die Futtertiere mit "gut loading" und dem Bestäuben mit einem Calcium-Vitamin D3-Präparat (bspw. Herpetal T, Korvimin ZVT usw.). Was sich auch sehr gut eignet für die Vitamin D3-Synthese sind Freilandaufenthalte bei geeigneten Temperaturen.

      Um bereits bei der Inkubation eine möglichst hohen Anteil an Weibchen zu erhalten, sollte man versuchen die Eier eher kühl zu inkubieren, da sich bei dieser Art das Geschlecht durch die Temperatur bestimmen lässt. Eine Temperatur von ca. 24-26°C mit einer Nachtabsenkung sorgt für eine hohe Weibchenquote beim Schlupf. Durch die tieferen Temperatur wird der Schlupf zwar um wenige Wochen verzögert, jedoch kommen häufig robustere Tiere aus dem Ei, als es bei höheren Temperaturen der Fall wäre.
      Diese tieferen Inkubationstemperaturen sind nicht immer möglich einzuhalten, besonders da L. williamsi ein Eikleber ist und es so manchmal kaum möglich ist die Eier kühler zu inkubieren als die Terrarientemperatur. Sollte dies durch ein Verschieben der Lampe/Wärmespot oder durch Herausnehmen der Eier aus dem Terrarium und eine darauffolgende seperate Inkubation irgendwie möglich sein, wäre dies auf alle Fälle ratsam.

      Ich weiss, dass die Männchen von L. williamsi deutlich spektakulärer sind als die Weibchen und das sind, was diese Art so besonders macht, jedoch wird es ohne Weibchen früher oder später auch keine Männchen mehr geben.
      Ich appelliere somit an alle L. williamsi-Züchter ihre Eier kühler zu inkubieren (~24-26°C) um genügend Weibchen nachzuziehen und diese wunderschöne Art noch lange in unserem Hobby erhalten zu können ohne auf Wildfänge zurückgreifen zu müssen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Tim Heller ()