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Storerias - die Minischlangen

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    • Storerias - die Minischlangen

      Haltungsbericht von Storeria dekayi limnetes, Storeria victa und Storeria occipitomaculata
      Wie schon es @Luca Tescari in seinem Haltungsbericht über seine wunderschöne Tropidolaemus wagleri geschrieben habe, basieren meine Angaben vor allem durch meine Haltungserfahrungen gekoppelt mit der ganzen Literatur, die ich irgendwo auftreiben konnte (was leider nicht sehr viel ist im deutschsprachigem Raum)

      Storerias (Braunnattern) gelten als "Mini-Schlangen", sie werden im besten Fall knapp über 40cm lang, wobei meine adulten Tiere da eher bei 25cm liegen.
      Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von USA/Südkanada bis Mittelamerika

      Dekayi Limnetes Weibchen (adult)
      limnetes weibchen.jpgLimnetes weibchen 3.jpg


      Occipitomacula (NZ 2017)
      Occi.jpgOcci 2.jpg

      Victa Weibchen (adult)
      victa weibchen.jpg


      Ernährung
      Storerias sind Futterspezialisten, sie ernähren sich von Nacktschnecken, Würmer, auch werden bei mir ganz junge Häuschen Schnecken gefressen, falls vorhanden. Dabei wird das Tier aus dem Häuschen geangelt und rausgezogen, sobald das Haus sich in Äste, Steine usw. verfängt.
      Die Futterbeschaffung im Sommer/Herbst stellt absolut keine Probleme dar. Wenn man gerne im Garten oder Wald unterwegs ist, die "beliebte" Nacktschnecke überall in Moospolstern oder unter Steinen anzutreffen. Natürlich fokussiere ich mich auf kleine, jüngere Schnecken, denn so eine gewaltige "Rossschnecke" könnten meine adulten Storeria überhaupt nicht schlucken.
      Im Winter "erntet" man entweder die jungen Schnecken aus diversen Gelegen, die man im Sommer gesammelt hat, oder man kann sich im Angelshop Tauwürmer kaufen (Lumbricus terrestris).
      Kleinere Würmer können ganz verfüttert werden, grössere werden zuerst in mundgerechten Stückchen verwandelt.
      Ich habe das Glück, dass all meine Storerias die Würmer als "Winterfutter" sofort gut angenommen haben, da gibt es anscheinend bei Kollegen andere Tiere, die nicht so flexibel sind.
      Auch wäre Laich eine Variante, da aber Amphibien in der Schweiz geschützt sind, habe ich diese Futtervariante noch nie ausprobiert.
      Stinte haben bei mir alle drei Arten nicht angenommen.

      Da ich hier keine Filme hochladen kann, habt ihr hier einen Link, wo ihr sieht, wie das Limnetes-Weibchen genüsslich ihren Wurm-Ragout verspeist.

      facebook.com/judith.maggi/post…6152385708487?pnref=story

      Terri-Einrichtung
      Die Terrarien fülle ich jeweils mit Walderde, Moos, Laub, viele Äste inkl. Krabbeltierchen. Wenn man liest, was die Tiere essen, ist es auch klar, dass das Klima keinesfalls zu trocken sein sollte. Es sollte ein gemässigtes Klima im Terrarium herrschen, einen Teil des Terris ist feucht zuhalten, die andere Seite trocken mit einer kleinen Lampe, denn sie sonnen gerne nach dem grossen Fressen unter dem kleinen Spot.

      Verhalten
      Storerias sind sehr aktive, gesellige und neugierige Tiere, bei Gefahr stellen sie sich gerne tot, durch ihre Farbe und Grösse können sie in der Natur sehr gut als kleiner uninteressanter Ast durchgehen.
      Bei mir zeigt vor allem das Victa-Männchen dieses Akinese-Verhalten, während das viel grössere und dickere Weibchen ganz entspannt auf ihrem Ast liegen bleibt.

      Fortpflanzung
      Storerias sind lebendgebärend, je nach Grösse und Alter kann ein Weibchen zwischen 2 und knapp 30 Jungtiere gebären. Die Kleinen sind wirklich nicht grösser als ein Zahnstocher, das macht die Aufzucht nicht so einfach. Sie quetschen sich durch jegliche kleinste Spalte, daher halte ich die Kleinen ausschliesslich in Spinnenterris mit Falltüre. Alles andere hat sich nicht bewährt, ansonsten sucht man nur noch die Tiere und durch ihre Grösse trocknen sie sehr schnell aus…
      Ans Futter gehen sie sofort, man muss nur die Schnecken und Würmer sehr klein schnetzeln.

      Wie alles begann...
      An die Storerias bin ich durch Zufall geraten.
      Die Ausgabe Terraria/Elaphe Nr. 63 berichtete über nordamerikanische Nattern und das war die Storeria Occipitomaculata kurz vorgestellt. Das faszinierte mich sehr und liess mich gedanklich nicht mehr los. Der Zufall wollte, dass drei Monate später der "Storeria-Guru" Occipitomaculata-NZ verkaufte und dies war der Beginn meiner Storeria-Liebe.
      Später fragte er mich, ob ich nicht noch zwei seiner F1-Zuchtpärchen erwerben wolle, da musste ich nicht überlegen. So bekam ich noch je ein adultes Victa- und Dekayi limnetes Zuchtpaar.

      Wer sich für Storerias interessiert, sollte sich unbedingt die Terraria/Elaphe-Ausgabe Nr. 55 (Sept/Okt 2015) besorgen, absolut empfehlenswert.

      55.jpg

      Auf Facebook gibt es noch die Seite von Sue Bertram "storeria - parva reptilia", die sich mit Storerias sehr gut auskennt.

      So, das war es mal für den Anfang. Natürlich werde ich wieder posten, sollten meine beide Weibchen dieses Jahr NZ erhalten.
      Dateien

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Judith Maggi ()

    • Vor 4 Tagen haben ich "Mini-Minis" im Terrarium der Victas entdeckt. Jeglicher Versuch, die Kleinen rauszunehmen sind bis jetzt gescheitert, da

      - sie sehr scheu und flink sind und wiiiinzig klein (Streichholzgrösse und Dicke)
      - das Terrarium sehr bewachsen ist (was das Ziel war) und ich nicht herumgrübeln möchte und dabei evtl. Jungtiere verletzen könnte

      Ich kann nur sagen, dass sie gefrässig sind und sie bekommen nun (dank Tau und Regen) die kleinsten Babyschnecken, die ich im Garten sammeln kann und dazu noch feingehackte Regenwürmer.

      Anzahl der NZ kann ich nicht sagen, sicher 2 ;)
    • Das Baby-„Terrarium“ ist nun eingerichtet.. es funktionniert nur mit einem Behälter, wo es absolut keine Spalte zum Flüchten gibt, auch wäre ein Terri mit Falltüre im Moment noch nicht ideal, die Spalten bei der Falltüre sind noch zu „gross“ für diese Winzlinge (eigene Erfahrung).
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    • Neu

      Leider sind in den letzten 2 Wochen 4 Tiere gestorben. Alle waren im "Kindergarten-Terrarium" mit genügend Wasser und frisches Wurm/Schneckenragout jeden 2. Tag, aber ich kann die Gründe jetzt nicht nachvollziehen. Ich habe sicher noch ein Jungtier, welches im Eltern-Terrarium auf dem Balkon lebt, dieses Tier sehe ich fast jeden Tag herumwandern und ist auch nicht abgemagert, soll also heissen, es geht (regelmässig) zum Ragout-Buffet.

      Ich kann es mir nur so erklären, dass entweder:
      - die verschiedenen Temperaturen eines grösseren, immer noch auf dem Balkon stehenden, Terrariums besser sind, als eine geschützte Box in der Wohnung. Auch wenn die Kinderbox nie direktes Sonnenlicht hatte, so war es logischerweise wärmer im Behälter (Wohnungstemperatur) ohne Tages- und Nachtgefälle
      - die einen Futterschnecken nicht "gut" waren (werden wild gesammelt, evtl. Parasiten?)
      - Die Kinderbox Zuwenig belüftet war trotz Gazedeckel und 2-tägiges Öffnen der Box, um frisches Wasser und Futter reinzustellen (glaube ich eigentlich weniger)

      Meine Bekannte in Deutschland, die seit Jahren Storerias hält, hat diese Woche auch NZ verloren, sie vermutet, dass die Tiere die Würmer nicht vertragen haben oder gar nicht gefressen hatten.

      Fazit: so "jöööö" diese kleinen Würmer sind, so schwierig sind sie bei der Aufzucht. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass die NZ(ten) im grossen Terri auch die Überwinterung (15 Grad, kühles ZImmer) gut übersteht, wir werden sehen.